Meinungvor 2 Wochen

Etappe 5 gilt als Sprinter-Tag, doch der Alto de Paüls — 4 km à 7%, 25 Kilometer vor dem Ziel — liegt nah genug, um die reinen Sprinter zu zerlegen, und weit genug entfernt, um das Rennen komplett neu zu schreiben. Das ist keine flache Etappe mit einer Rampe; das ist eine Puncher-Etappe mit Massensprint als Trostpreis.
Auf einer 173-Kilometer-Etappe von Falset nach Roquetes gibt es nur einen kategorisierten Anstieg — doch die taktische Lesart sagt: Die reinen Sprinter sind bereits die falsche Wette. Fahrer wie Kaden Groves, die schwierige Finales absorbieren und trotzdem noch sprinten können, haben einen strukturellen Vorteil gegenüber klassischen Sprintern, die auf dem Paüls abgerissen werden. Team Visma-Lease a Bike mit Matthew Brennan als Lead-Sprinter und Wout van Aert sowie Christophe Laporte als Versicherung kommt mit dem umfassendsten Werkzeugkasten für genau diese Mehrdeutigkeit. Der Küstenwind im Ebro-Tal könnte das Feld schon vor dem Anstieg zerreißen und macht die finale Selektion brutaler als die Steigung allein vermuten lässt.
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