MeinungVueltavor 2 Wochen
Imanol Erviti stellt nicht in Frage, ob Pogačar gewinnen kann – er stellt in Frage, ob ihn überhaupt jemand lesen kann. «Wir wissen nicht, ob er heute zu 100 Prozent gefahren ist», sagte der Netcompany-Ineos-Sportdirektor nach der 6. Etappe. Das ist keine Besorgnis-Rhetorik, sondern ein Eingeständnis: Ein Konkurrenzteam hat das gleiche Rennen wie alle anderen analysiert und ist ohne Antwort davongekommen.
Erviti wählt nicht zwischen «Pogačar bricht ein» und «Pogačar spart sich Körner» – er sagt, dass die Ziellinie ihm keine Wahl lässt. Pogačar und Enric Mas kamen zusammen ins Ziel, der Gesamtvorsprung wuchs auf 3:34 Minuten, und die beiden fuhren fast eine Minute auf alle anderen heraus. Von außen betrachtet passt dieses Ergebnis zu maximaler Anstrengung wie zu bewusster Sparsamkeit, und Erviti gibt das zu: «Es ist schwierig zu interpretieren, was mit Tadej passiert ist.» Seine eigene Antwort ist Geduld – «das werden wir in den nächsten Tagen herausfinden» – denn eine Etappe lieferte ein Ergebnis, aber keine Erkenntnis.
Sources
'We don't know if he was racing at 100%' – Rival sports director believes Vuelta a España leader Pogačar's failure to finish solo on stage 6 delivers mixed messages | Cyclingnews'I was like - what's going on, is this a spectator?' - Tadej Pogačar surprised by Enric Mas on Vuelta a España gravel climb | Cyclingnews