MeinungWorldsvor 3 Wochen
Reusser lag beim ersten Zwischensprint zurück. Am Ziel hatte sie Bäckstedt um 40 Sekunden und Vollering um 1:50 Minuten distanziert. Die flache Strecke in Montreal sollte der Ort sein, an dem Reussers Vorteil schrumpfte — stattdessen landete Vollering, die in dieser Saison sowohl den Giro als auch die Tour de France Femmes gewann, auf Platz 8. Ausgerechnet auf dem Parcours, der ihre Kletterstärke neutralisieren sollte.
Beim ersten Zwischensprint lag Reusser auf Platz 5, 10 Sekunden zurück, Vollering auf Platz 13 mit 35 Sekunden Rückstand. Beim dritten Split war Reusser schnellste Gesamtfahrerin, 14 Sekunden vor Bäckstedt, während Vollering auf Platz 10 abgerutscht war — 1:25 Minuten zurück. Die 21-jährige Bäckstedt, die ihr Debüt bei der Elite-Weltmeisterschaft gab, holte sich Silber mit nur 5,43 Sekunden Vorsprung vor Bronzemedaillengewinnerin Franziska Koch — ein Beweis, dass der Hype um sie berechtigt ist. Vollerings Dominanz über die ganze Saison entpuppt sich als Spezialisten-Phänomen: unschlagbar auf Terrain, das ihr liegt, abwesend auf dem einen, das eigentlich keine Rolle spielen sollte.
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