Meinungvor 2 Wochen
Der eigentliche Schaden des Erola-Jons-Vorfalls ist nicht ein peinliches Video — es ist, dass die Vuelta jemandem ein Mikrofon in die Hand drückte, der bereits mit Mechanikern flirtete und die Organisatoren bat, die Fahrer zu identifizieren, und das als Content verkaufte. Die Eurosport-Journalistin Laura Meseguer benannte das strukturelle Problem deutlich: Eine Influencerin zu engagieren, deren Content auf sexistischen Kommentaren aufbaut, macht Jahre von Arbeit zunichte, die Frauen für ihre Glaubwürdigkeit in einem männerdominierten Sport gekämpft haben.
Jons war bereits in Schwierigkeiten, bevor sie Pogačar erreichte — sie hatte offen mit einem Mechaniker von UAE Team Emirates-XRG geflirtet und musste von den Organisatoren gesagt bekommen, wer die Fahrer waren. Die Vuelta gab ihr trotzdem weiterhin Zugang hinter die Kulissen. Meseguers Antwort auf Instagram zielte direkt auf die Institution, nicht nur auf die Person: «Es ist ein schwerwiegender Fehler, jemanden einzustellen, der absolut keine Ahnung vom Radsport hat und dessen Content auf dieser Serie von sexistischen Kommentaren basiert, denen wir Frauen seit Jahrzehnten zu entkommen versuchen.» Die Entscheidung war kein Einstellungsfehler — sie war ein Signal darüber, wofür die Vuelta Frauen im Radsport hält.
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